In diesem Projekt wende ich mich dem Prinzip des Spektrums zu, um die umgebende Realität nicht durch die Darstellung eines Objekts, sondern durch dessen chromatische Struktur zu betrachten. Mich interessiert nicht die wortwörtliche Reproduktion der Welt, sondern wie die Welt in Linien, Farben, Sequenzen und Rhythmen zerlegt werden kann. Jeder Raum — ein Interieur, Architektur, Natur, eine städtische Umgebung, ein Objekt oder ein Lichtzustand — kann als Spektrum gelesen werden. Nicht als Fotografie, sondern als ein System chromatischer Spannungen.
Jedes Werk basiert auf einer Struktur von 332 Linien und 20 Farben. Diese Linien bilden keinen klassischen Verlauf und keine dekorative Palette, sondern ein Spektrum der umgebenden Realität — ihren komprimierten visuellen Code. Die Farben gehen Beziehungen miteinander ein: Sie kollidieren, unterstützen einander, verschwinden, kehren zurück, intensivieren benachbarte Töne oder erzeugen unerwartete optische Schwingungen. Für mich ist das Spektrum hier keine physikalische Farbskala, sondern eine Art, Wahrnehmungserfahrung in eine materielle Komposition zu übersetzen.